Ottomar Anschütz

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Erst absolvierte Ottomar Anschütz (* 16. Mai 1846 ; † 30. Mai 1907, Berlin-Friedenau) eine Lehre als Dekorationsmaler und ließ sich dann zum Fotografen ausbilden.

Studiert hat er in Berlin, München (bei Hanfstengel) und in Wien. In Lissa eröffnete er 1868 ein Fotostudio. Im Bereich der Bewegungsanalyse lag sein besonderer fotografischer Verdienst. Um Bewegungen von Menschen und Tieren in einzelnen Bewegungsphasen festzuhalten, stellte er ähnlich wie Muybrige eine große Anzahl von Kameras nebeneinander auf. Von 1887 – 1891 konstruierte er den so  genannten Anschütz-Schnellseher, einen Betrachtungsapparat der elektrisch betrieben war. Phasenbilder (Glasdiapositive) die auf einer rotierenden Scheibe befestigt waren, die dann im Dunkeln  in schneller Folge beleuchtet wurden. Bewegte Bilder waren das Ergebnis. Von Siemens & Halske wurden 80 solcher Elektrotachyskope, die Vorläufer von den Kinematographen gebaut und verkauft. Auf Jahrmärkten wurden die Apparate aufgestellt und durch Einwurf von Münzen in Betrieb gesetzt.

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