Gorch Fock
Darf man auf der Gorch Fock mitsegeln, kann man sich glücklich schätzen, denn unter den Matrosen ist der Dreimaster mit seinen 23 Segeln überaus beliebt.
Im Jahre 1958 erbaute die Reederei Blohm und Voss das Schiff im Hamburger Hafen. Heute gilt es als „das“ Segelschulschiff der deutschen Marine. Strebt man eine Laufbahn als Offizier an, so muss man innerhalb seiner Ausbildung auch auf der Gorch Fock mitgefahren sein. Hierfür gibt es einen ganz speziellen Grund, denn die Männer und Frauen an Bord des Segelschiffes sollen am eigenen Leib erfahren was es heißt, bei Wind und Wetter seine Leistung zu erbringen und als Team zusammen zu arbeiten. Dadurch sollen die Offiziersanwärter ihre Führungsqualitäten entwickeln und erlernen. Mehr als 14.000 Offizier- und Unteroffizieranwärter wurden bislang auf der Gorch Fock ausgebildet.
Das 89 Meter lange Segelschulschiff hat in seiner Geschichte schon mehr als 74.000 Seemeilen zurückgelegt. Nach 21 Jahren war es nun das erste Mal wieder im Hamburger Hafen zu bestaunen. Am 07.08.2010 machte es neben dem Museumsschiff Rickmer Rickmers in Hamburg fest. Viele hundert Zuschauer waren hierfür extra an die Landungsbrücken gekommen, um der Gorch Fock einen angemessenen Empfang zu bereiten. Immerhin hatte die Hansestadt beim Stapellauf am 23. August 1958 die Patenschaft für den Dreimaster übernommen. Damals besiegelte Bürgermeister Max Brauer diese ehrenvolle Verbindung per Handschlag und so war eine angemessene Begrüßung in Hamburg Ehrensache.
Von Freitag bis Sonnabend konnten dann Touristen und Interessierte das Schiff genauer unter die Lupe nehmen und an Bord zu gehen. Am Sonntag legte das Segelschulschiff dann schon wieder in Richtung Bremerhaven ab. Von hier aus geht es dann zur bisher längsten Ausbildungsfahrt der Geschichte der Gorch Fock. Zehn Monate lang wird die Besatzung, die aus 85 festen Mitgliedern und bis zu 138 Nachwuchsoffizieren besteht, auf Tour sein, die u.a. erstmals auch nach Südamerika führen wird. Kapitän Norbert Schatz freut sich auf die Tour, bemerkte allerdings auch: „So eine Nachricht muss man seiner Ehefrau sehr schonend beibringen“. Während er die ganze Zeit über an Bord sein wird, werden die Kadetten nur jeweils sieben bis acht Wochen an Bord sein und werden dann ausgetauscht.

