Speicherstadt
Im Grunde war die Hamburger Speicherstadt eine Erfindung der Hamburger, um sich vor den lästigen und zeitraubenden Zöllen zu schützen.
Denn die Speicherstadt wurde im Jahre 1883 direkt im Freihafen erbaut. Damit stand sie auf zollfreiem Gebiet und die Hamburger konnten dort in aller Ruhe Waren zwischenlagern oder mit ihnen arbeiten. Die Tatsache, dass etwa 20.000 Menschen, die auf den Elbinseln Brook, Kehrwieder und Wandrahm gelebt hatten, für das Projekt Speicherstadt umgesiedelt werden mussten, stellt die Kehrseite der Medaille dar. Sicherlich mussten die Bauherren lernen, auf den Elbinseln und auch in den anderen Stadtbezirken, mit einiger Gegenwehr der Bewohner zu leben. Immerhin konnten die Stadtbezirke auf eine Geschichte zurückblicken, die bis ins 17. Jahrhundert zurückzuverfolgen war. All diese Gebäude wurden abgerissen und statt ihrer wurde ein enormer Lagerhauskomplex errichtet, der auf Eichenpfählen stand. Heute ist die Speicherstadt schon wegen der Architektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts einen Besuch wert. Waren werden hier aber schon lange nicht mehr gelagert. Stattdessen haben sich hier Klubs und Restaurants angesiedelt, die von den Einheimischen und Gästen gerne besucht werden. Und auch viele Ausstellungen und Museen eröffnen in der Speicherstadt ihre Pforten, die selbst in Teilen ein Freilichtmuseum darstellt. Einen ersten Eindruck von der Speicherstadt kann man sich verschaffen, indem man an einer Hafenrundfahrt teilnimmt. Diese führen regelmäßig auch in die Fleete der Speicherstadt, denn hier wird Hamburger Geschichte erzählt und lebendig.

