Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatte Hamburg mit der fortschreitenden Industrialisierung zu tun. Da die Elbe immer stärker vom Fährverkehr frequentiert wurde, mussten sich die Stadtoberen etwas einfallen lassen. Nachdem Überlegungen zu einer beweglichen Brücke oder einer Schwebefähre verworfen wurden, entschloss man sich zum Bau eines Elbtunnels. In England und Amerika waren ähnliche Tunnelbauten bereits gelungen. 1901 fiel der Startschuss zum Bau des heute noch stark frequentierten Tunnels. Die Röhren des Elbtunnels sollten so hoch gebaut werden, dass sie von einer Kutsche nebst Pritsche durchfahren werden konnte. Dabei stellte die Gefahr eindringenden Wasser die Ingenieure vor ganz neue Herausforderungen. Gelöst wurde das Problem dadurch, dass im Tunnel ein Überdruck erzeugt wurde. Das daraus resultierende Risiko für die Arbeiter am Tunnel wurde falsch eingeschätzt. Bei fast 700 Arbeitern brach die Taucherkrankheit aus. Drei der Arbeiter starben, bei den anderen ist von den Spätfolgen nichts bekannt geworden. Der Tunnel war anfangs über einen Aufzug zugänglich. Über diesen wurden die Fuhrwerke und später auch die Autos transportiert. Dieser Aufzug ist eine weitere bauliche Besonderheit des Hamburger Elbtunnels. Und auch Fußgänger konnten den Tunnel bestaunen. Dem Fortschritt Tribut zollend wurde die erste Treppe gegen eine Rolltreppe und später gegen einen Aufzug ausgetauscht. Noch heute verbindet der Elbtunnel die Innenstadt mit Steinwerder und gehört zu den größten Attraktionen in Hamburg.

